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2011/10/04 - Rundbrief

Was bedeutet Erfolg? Was für Ziele sind Dir wichtig?

Und jetzt??

Herzlich willkommen.
Gestern habe ich die 2011-Saison beendet, und zwar mit dem Östringer Fitnesslauf Halbmarathon. Es war heiß und super-hügelig, aber schön. Das saisonende bedeutet für mich nicht, dass ich dieses Jahr keinerlei Rennen mehr bestreite, aber ich werde mir sechs trainingslose Wochen gönnen, und dann mein Training wieder anfachen - damit ich im Juni bereit für den Ironman Regensburg bin. Ein paar 5-10km-Läufe möchte ich gerne laufen, einfach aus Spaß an der Freude - und um auf Geschwindigkeit zu kommen.
Du siehst jetzt wahrscheinlich, dass meine geplanten Rennen in Deutschland stattfinden, während ich doch vorher in den USA unterwegs war. Das liegt daran, dass ich umgezogen bin - und deshalb (Tut mir wirklich leid!!!) gab es auch keine Rundbriefe über den Sommer.

Ich hatte so einige Ziele, die ich dieses Jahr nicht erreicht habe, zum Beispiel einen halben Ironman in unter sechs Stunden zu finishen. Auf der anderen Seite habe ich einige Bestzeiten erreicht, einmal hatte ich den ersten Platz in meiner Altersgruppe - am vierten Juli in Las Vegas. Erstmalig seit meiner Kindheit bin ich vom Rennrad geflogen - eine feuchte, mit Ahornnasen bedeckte Straße kann das schon mal bewirken. Die Narben habe ich immer noch an Arm und Bein - nur wegen einer Sekunde nicht Aufpassen. Also. Was ist eigentlich Erfolg - wie definiere ich eine erfolgreiche Saison am besten? Und: Was sind meine Pläne für nächstes Jahr?

Ich hatte eine erfolgreiche Saison, weil

  • ich in meinen Halbmarathons im wesentlichen nicht gegangen sondern gelaufen bin. Und das in hügeligen Rennen wie Cary, Ettlingen und Östringen.
  • ich es geschafft habe, in meinen Halbiron-Rennen zu laufen und nur durch die Wasserstationen (und ein bisschen weiter) zu gehen
  • mein Magen langsam anfängt sich zu benehmen, sowohl beim Halb-Ironman, als auch im vollen. Allerdings gehört kandierter Ingwer ab sofort zur Mittel-/Langdistanz-Marschverpflegung. Außerdem werde ich nicht ganz so auf Essen, ohne hungrig zu sein fokussieren.
  • In diesem Kontext: weil ich Coeur d'Alene gefinisht habe
  • Als Mädel, das früher immer zweitletzte im Sport war, finde ich es nett, dass ich inzwischen auch mal Preise errungen habe.
  • weil ich nicht verletzt war. Ja, manchmal drückt es hier und da, aber nichts Ernstes
  • Wenn ich mich weiter herauslehne - Erfolg heißt für mich auch, daß mein Tria-Team, das ja aus absoluten Anfängern, es geschafft hat, von Februar bis Mai für ihren ersten Wettkampf zu trainieren, ihn trotz eiskalten Sauwetters zu bestehen und daß eine der Damen sogar zweite in ihrer Altersgruppe wurde.

Mein Plan und meine Ziele für nächstes Jahr sind die folgenden:

  • Endlich die sechs Stunden in einem Halbe-Ironman zu unterschreiten. (6:15 wäre schon nett - der Kurs, auf dem ich das unterschritten hatte, hatte eine zu kurze Schwimmstrecke)
  • Regensburg ist schon in meinem Kalender - ich hoffe ich schaffe es endlich mal unter 15 Stunden.
  • Meine Rückenschmerzen würde ich gerne loswerden. Coeur d'Alene hat richtig Spaß gemacht aber all die Fahrerei war gift für den Rücken. Also werde ich mehr Rumpftraining machen.
  • Meine anderen Rennen sind noch nicht geplant - ich würde gerne zwei Halbe und einen Ganzen machen, plus ein, zwei Sprints. Ich würde auch gerne einen sub-5:00h Marathon wiederholen - vielleicht ja in Hamburg, was einen Tag vor meinem Geburtstag stattfindet. Früh genug also für Erholung bis zum Rennen in Regensburg.
  • Ich bin ja jetzt in Deutschland unterwegs - also hoffe ich auf keine abgebrochenen Rennen - die Maximalzeiten sind hier ja deutlich kürzer, vor allen bei den langen Distanzen.
  • Ich möchte in der Lage sein, zu lächeln - und das bei jedem einzelnen Rennen, auch wenn meine Jungs mich dann wieder als Barracuda bezeichnen (Das kommt von einem Bild im Competitor Magazine, wo ich in der Renn-Ankündigung für den Chicago Super Sprint drin bin - fröhlich grinsend auf dem Radel)

 

Und was hat das mit Dir zu tun? Falls Du so weit mitgelesen hast? Vielleicht hast Du bemerkt, dass ich nicht allzu viele exakte Zeiten in meinen Zielen habe. Für mich ist Erfolg als Verbesserung eines Zustandes definiert. Dinge, die mich vorher gestört haben, sollen in der nächsten Saison kein Faktor mehr sein. An meiner Ernährung im Ironman arbeite ich noch, aber CDA und Racine waren für mich ein Erfolg in diesem Kontext. Würde ich Erfolg nur an Zeiten oder Platzierungen definieren, hätte ich schon enttäuschende Frustjahre hinter mich gebracht. Wetter oder andere äußere Einflüsse könnten Erfolge verhindern - was meine Motivation auf die Dauer nicht guttäte. Also schaue ich auch die kleinen Schritte an, wo auch immer sich was verbessert, einfacher wird, und sei es eine persönliche 5-km-Bestzeit.

Dasselbe gilt für meine Ziele - Ja, ich möchte die 6h/15h schaffen. Aber ich bin auch zufrieden, wenn ich gut durch die Saison komme, oder wenn mein Geh-Anteil im Rennen sinkt. Ich habe Plan-A-Ziele, aber eben auch Plan B, C, und D. Das hindert mich allerdings nicht daran, Plan A zu verfolgen.

Ich hoffe, meine Philosophie zum Thema Ziele und Erfolge hilft :) Es gibt immer viele, viele Wege zum Erfolg, manchmal gehen die Zick-Zack, manchmal im Kreis. Aber mit Geduld führen sie zum Ziel.

Fröhliches Training - und bis zum nächsten Mal!

Grüße vom Schreibtisch Deines Coach's
Dr. Sylvia Zinser
USAT und USA Cycling Certified coach