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Ironman Kopenhagen - zweiter Teil - Radeln

Beim Schwimmen hatte mich die ganze Zeit mein Neoprenanzug genervt - ich habe den schon seit vier Jahren oder so, aber erstmalig schrabbelte er mir die Arme und den Hals auf. Also hatte ich ein paar Schwimmpausen gehabt, um das Reiben ein wenig zu lindern - was aber natuerlihc nichts half. Seewasser und eine Wechselzone ohne Duschen half dabei auch nicht (letzteres hatten sie in Cozumel gehabt - auch Schwimmen im Meer, aber dann Frischwasserduschen. OK. Man kann nicht alles haben)

Jedenfalls rieb ich mich noch gruendlich mit Bodyglide ein, damit meine Radweste, die ich ja auch gegen den kalten Wind tragen wollte, nicht noch mehr kratzte, und schwang mich auf meinen Carbonesel  So ein schoener Kurs. Wo ich in Schweden wirklich durchgaengig hatte pedalieren muessen, weil es wirklich im wesentlichen nirgends mal abwaerts ging, und wo ich die letzten 30km in Schweden hatte gegen den Suedwind kaempfen muessen,  fing dieser Kurs mit einer Stadt-Strecke an, dann ging es an Charlottenlund vorbei (wo unser Campingplatz war) und an der  Kueste entlang. Irgendwann rechtwinklig links, ein bisschen technischer und ein bisschen huegelig. Gegenwind auf einem Teil der Strecke, aber alles machbar. Und die Huegel waren huegelig genug, dass man mal die mueden Beine strecken konnte. Auf https://www.youtube.com/watch?v=YHOt8Fqtrrw ist der ganze Kurs in 6 Minuten zusammengefasst. ein bisschen Product Placement, aber gut gemacht.

Jedenfalls fuhr ich voller Elan los, - ab durch die Radfahrerstadt Kopenhagen, und freute mich schon auf Charlottenlund. Dort (ca km 18) warteten naemlich meine drei Jungs zum Anfeuern.  Martin musste ja erst vom Schwimmstart hochfahren und auf dem Rad bin sogar ich schneller als er zu Fuss/per Bahnsystem.Rad von hinten - 3627

Dann die erste Verplegungsstation - gute Stimmung und Bananen. Sie hatten bei 20, 50, 80, 100, 130 und 160km ihre Stationen aufgebaut - alle fungierten doppelt, weil die Strecke ja zweimal rundherum geht. Zweimal Huegel zum Beinestrecken... Markierungen gab es alle 15km, und da ich gleich am Anfang bemerkte, dass mein Tacho nicht tat (Magnet verrutscht im Wechselgerangel) benutzte ich diese Angaben plus meine Timex-Uhr, um meine Geschwindigkeit abzuschaetzen. Ich kann zwar in manchen Triathlons nicht bis drei zaehlen (dritter Radstaender??? dritte Radrunde - oder war's die vierte???) aber rechnen geht noch.  Das war wirklich eine Strecke zum Geniessen; kurz vor Rundenende gab es einen Anstieg - wie man das so nennt - und der ganze Ort war rausgelaufen um anzufeuern. Volksfest - wie auf dem Kraichgaukurs in Gochsheim, oder in Roth am Solarer Berg (ok, fast)

Schoen. Mit weiterem Schwung ging es ueber Kopfsteinpflaster, zurueck ueber Charlottenlund, wo inzwischen auch Martin eingetroffen war und sie zu viert anfeuerten, in die zweite Runde (Foto unten - Gruss und Luft-Kuss...). Nochmal dieselben Huegel, aber ich war nicht entnervt. Angestrengt. Ja. Entnervt. Nein.  Am  "Hotspot" waren sie leider schon alle heimgegangen, die wenigen Kinder, die aber noch da waren waren um so enthusiastischer. Kurz vor der Kopfsteinpflasterpassage leerte irgendwer von oben einen Eimer aus - es regnete heftig und auf dem glitschigen Untergrund machte ich ein wenig langsamer. Man muss ja nicht noch in den letzten Kilometern fliegen...Dann ging es ohne Gegenwind in die Kopenhagener City, wo mein Rad von freundlichen Helfern entgegengenommen wurde. Ich war pitschepatschenass und entschied mich in der Wechselzone fuer eine Windjacke mit Chicago-Hot-Chocolate-15-km-Lauf-Motiv. Ich hatte eh gedacht, dass das zur Kaelte passte, und fuer's Laufen, wo ich ja gerne mal zum Gehen tendiere, ist das dann das richtige Outfit. Wieder brauchte ich viiiel zu lange in der Wechselzone. Kalt war mir nicht, aber ich wollte bei der Naesse nicht noch durchkuehlen. Alles wieder in den Wechselbeutel gepackt - der Untergrund war diesmal nicht klatschnass - und los konnte es gehen. Ab ans Meer. Fortsetzung folgt...

Gruss3637