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Ironman Kalmar, Dritter Teil - Laufen

Endlich vom Fahrrad runter. Meine armen Schultern. Aber kaum war ich zu Fuss, hatte die Rad-Schuhe am Fahrradstellplatz ausgezogen und in der Hand, war ich laufbereit. Die vielen, vielen Kombi-Trainingseinheiten muessen doch fuer irgendwas gut gewesen sein. Ein Teil des Trainings, der mit beim Radeln aber gefehlt hatte, war "Fahren auf Aerobars". Das war mir auf der Challenge Kraichgau schon aufgefallen - meine Schultern moegen das nicht so - aber dieses Jahr bin ich erstmalig ganz viel Gruppe gefahren und das mache ich grundsaetzlich nicht liegenderweise. Plan fuer naechstes jahr - Strecken suchen, wo ich mehr Aero fahren kann. Mein doofer Ischias, wegen dem ich fast dachte, das mit dem Rennen koennte gefaehrdet sein (langsam durch Museen tapern - stehen bleiben - bummeln - tut richtig weh, Laufen oder Radeln aber gar nicht) meldete sich Gott sei Dank gar nicht. Naja - ganz kurz mal, abr wirklich - keine Minute.

Also, ins Zelt, Rad-schuhe eingepackt, Laufschuhe ausgepackt, Lauf-Getraenk erstmalig in einem Iron-Rennen ignoriert, Helm weg, Muetze auf und los. Ein wenig eingetaumelt aber dann lief ich. Der Kurs besteht aus drei Runden, raus durch Parkgelaende, alles aber auf Asphalt, vorbei an jubelwuetigen Schweden. Ein bisschen Wendepunkt-Strecke, so dass man auch mal sehen konnte, wer noch hinter einem war. Mal mit anderen Leuten fangen gespielt. Cola (super-ausgeschuettelt - Bizzel kann ich beim Rennen gar nicht haben, aber das haben sie gut gemacht) getrunken an jeder Verpflegungsstelle. Saure Gurken entdeckt, Kleinstmengen Chips vernichtet, eigene Erdnuesse auch. Zitrone probiert, aber das ist nicht so meins. Keine feste Nahrung mehr. Ich wechselte zwischen Laufen und Gehen ab. Da ich schneller gehe als mancher laeuft, habe ich auch den einen oder anderen ueberholt.

Nach der ersten Runde ging es vier Einkaufs- und Restaurant-Strassen durch Kalmar. Sie hatten Tische und Baenke aufgebaut - alle sassen draussen und jebelten jedem Athleten zu, der in die jeweilige Strasse einbog. Mein Lautstaerkemessgeraet hatte ich ja nicht dabei, aber das waren recht viele Dezibel ;)

Dann - die letzte der Einkaufsstrassen ging direkt aufs Ziel zu. Der Bogen kam in Sicht. Und dann - - - musste ich vorher abbiegen. Aber ich hoerte die beiden Ansager (Schwedisch und Englisch) ins Ziel holen. OK. Zwei runden noch. Dasselbe von vorne. Und nochmal. Immer noch war ganz Kalmar auf der Strasse. Die Helfer mussten sich wirklich die Beine in den Bauch gestanden haben, aber waren immer noch froehlich bei der Arbeit. Wieder durch den Park, von einer Partygesellschaft besonders lautstark angefeuert worden. Inmal free hugs mit zweien der Feiernden. Und weiter. Ich glaube nicht, dass ich irgendeine der zum High-Five-Abklatschen hingestreckten (Kinder-)Haende verpasst habe. Aber die Kids fiebern da auch drauf - die muessen - genau wie alle Zuschauer - den ganzen Tag mit ihren Eltern durch die Gegend laufen/fahren/... und zuschauen. Und mir persoenlich hilft und gefaellt die johlende Menge :)

Nach drei Runden ging es dann wieder in Richtung Zielbogen. Nicht mehr seitlich - ich durfte jetzt geradeaus. Als ich in diese Strasse einbog wallte mir eine Schallwelle entgegen - ich kam wieder in Laufschritt und liess mich - wie ein Surfer - reintragen. Ins Ziel? Traenen in den Augen - dorthin wollte ich - ich hatte es - bis auf die paar Meter - geschafft. Laufschritt - und mir toente der Mann am Mikrophon entgegen - "Sylvia Zinser, you are an " und er und die Ganze Menge vervollstaendigten "Ironman". 

Sylvia Zinser.

Ironman.

Yeah!