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Ironman Kalmar - Zweiter Teil - das Radeln

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Dem Whirlpool entkommen, zog ich mir ein Rad-Trikot ueber, meinen Helm auf, nahm die Schuhe in die Hand (das Rad war am anderen Ende der Wechselzone) und lief los. Schuhe angezogen, Rad geschnappt, das einer meiner Mitstreiter dicht eingeparkt hatte, und raufgeschwungen. Erstmal zur Oeland-Bruecke. Diese verlaeuft Ost-West, der mittelstarke Wind kam von Sueden - die Rennleitung hatte vor hochprofiligen Vorderraedern gewarnt, worauf ich aber mangels Vorderrad im Kofferraum nicht eingehen konnte. Also los zur Brucke. Und auf die Bruecke. Der Wind war echt ein wenig schwierig zu navigieren - wahrscheinlich hatte ich am Ende weissgekrallte Fingerknoechel. Und je hoeher man auf der Bruecke war, desto wackeliger fuehlte sich alles an - an das auf Aerobars Legen war absolut nicht zu denken.

Aber ich kam rueber, sturzfrei und durstig, weil ich meine Haende sehr bewusst am Lenker gelassen hatte, waehrend ich auf der Bruecke war. Dann ging es gegen den Wind nach Sueden auf Oeland. Ausserdem waren noch Schein-Ebenen vorhanden, Stuecke, wo es aussieht, als gaebe es keine Steigung, aber eine leichte ist dort vorhanden. Man wundert sich einfach, warum es nicht schneller geht. Das hatte ich einen Tag vorher schon bemerkt. In Morbylanga warteten die Jungs auf mich - Extra-Familien-Cheer und weiter. Dort gab es einen Wendepunkt, also fuhr ich zweimal an ihnen vorbei.

Und weiter gen Sueden, immer noch  mit Gegenwind. So richtig schnell war da nichts. Aber es ging voran. Dann kam der 90-Grad-Winkel mit einem Huegel (nicht sooo hoch) und danach fuhren wir in West-Ost-Richtung. Der Wind drueckte auch gar nicht so von der Seite - es war gut aushaltbar. Und dann - das Rueckenstueck - Mit dem Wind. Yeah. Genuss pur! Bis dann wieder die naechste Ecke kam - danach ging es naemlich hoch, Und die Jungs mitsamt Martin erwarteten mich dort, und befluegelt fuhr ich den Berg wieder hinunter und zurueck zur Bruecke.

Zurueck war aus irgendeinem Grund einfacher. Jetzt kam die zweite Schlaufe, wo man auf dem Festland radelt. Das Fiese an dem Kurs ist, dass man dann ganz am Schluss, nach Absolvieren eines leicht welligen Kurses ueber Landwirtschaftsstrassen wieder mit Gegenwind zur Wechselzone muss. Und zwar mit ordentlichem Gegenwind. Ich zaehlte die Kilometer auf dem Tacho. Das war ein echt gemeines Stueck - psychologisch schwer, durchzuhalten. Aber endlich, endlich, endlich ging es zurueck in die Wechselzone. "nur noch Laufen".....

Die Leute an der Strecke waren gut drauf. Zum Beispiel die freundliche Dame, die endlos neben ihrem Fahrrad stand und klingelte. Oder die Leute, die Gartenparties feierten und bei jedem Durchgang eines Athleten jubelten. Oder die Helfer, die alle Nase lang mit anfeuerten. Ich hatte so langsam das Gefuehl - nach dem Anfeuer-reichen Schwimm- und Rad-Tel, dass das hier was Besonderes wuerde.