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IM Kalmar, Schweden, Vorlauf

Nullter Teil des Rennberichtes IM Kalmar

Gerade zurueck aus Kalmar, Schweden, vom dortigen Ironman-Rennen. Mit den Jungs bin ich schon am Dienstag losgefahren. Insgesamt sind es laug google 14 Stunden Fahrt bis zu unserer Herberge. Ein bisschen laenger wurde es dank Regen auf dem Weg und langsamen Verkehr. Also zwei Tage im Auto mit Uebernachtung in Luebeck. Und spaeter das Gleiche nochmal rueckwaerts. Alles mit mehreren Checklisten gepackt - und es ging alles ein wenig hektisch zu, weil wir erst am 9. aus den USA zurueck waren, am 10. und 11. in Wiesbaden und Mainz waren, und dann am 13. losfuhren. Und am 12. nochmal das kleinere Auto zum Tuev gejagt hatten (und die uns mit besser eingestellten Scheinwerfern wiedersehen wollten, also bin ich zweimal nach BR gefahren) Aber dann. Dienstag morgen. Alle Jungs verpackt (Mein Kram war schon im Auto) und los. Luebeck besichtigt - zumindest ein bisschen, auf einen der Stadttuerme gestiegen, Mazipan gekauft (und gegessen) und am naechsten Morgen recht frueh weiter. Ueber Puttgarten nach Rodby, Daenemark uebergesetzt - eine Strasse gibt's da nicht, aber eine Autofaehre, die anscheinend auch Eisenbahnen transportiert. Weiter durch das Flachland um Kopenhagen, nach Nord-Ost Richtung Schweden. Netterweise spricht fast jeder in DK und S englisch, aber eigentlich hatte ich auch ein wenig mehr schwedisch koennen wollen. Beide Laender sind Eurofreie Zone, aber Kreditkarten funktionierten ueberall, wo ich es gebraucht hatte.

Dann, endlich. Kalmar in Sicht. Ueber die Oeland-Bruecke, die spaeter auch Teil des Radkurses war. Und am Abend um 18:30 oder so kamen wir endlich in der Herberge an. ca30km von Kalmar entfernt, aber zum Zeitpunkt meiner Buchung war schon alles Naehere voll - und die Aussicht auf eine Kuechenbenutzung hatte mich auch ueberzeugt. Betten beziehen und ab, schlafen gehen.

Ab Mittwoch war die Rennausstellung schon offen, aber ich dachte, Donnerstag frueh reiche dicke aus, fuhr Richtung Kalmar zum Fruehschwimmen und dann Startunterlagen Abholen. Nach dreimal Stoppen und mich selbst infrage Stellen, ob ich noch auf dem richtigen Kurs sei, kam ich in der Stadt an und alles war zentral um die Wechselzone (Richtig: EINE Wechselzone) sortiert. Kurz geparkt und die erstbesten Offiziellen nach dem Fruehschwimmen gefragt. Diese, wie so viele Skandinavier, konnten gluecklicherweise in gutem Englisch anweisen, wo's lang ginge, und ich fan den Startplatz. Es waren schon etliche im Wasser - ich war erst um ca 7:40 dort, waehrend das Schwimmtraining schon um 7:00 angefangen hatte. Neo an, ab und rein. Meine Stirn sagte mir, das Wasser sei kalt (ungefaehr so, wie wenn man Eis isst und es einem hinter den Augen kalt wird - bei mir reagiert immer die Stirn auf kaltes Wasser) Auch die Fuesse brauchten einen Moment, um aufzuwaermen. Aber lange nicht so lange wie beim Testschwimmen fuer die Challenge Kraichgau (15 Grad beim Testschwimmen) oder beim IM Coeur d'Alene (auch so um die 15 Grad) Das Gewoehnen an die Temperaturen ging ganz schnell. Das Gewoehnen an die Quallen dauerte ein bisschen laenger - genau so lange bis ich ueberzeugt war, dass sie keine Nesselfaedchen abschiessen. Ostseequallen. Angeblich tun die sowas nicht. Sie waberten nur friedlich mit jeder Welle die ich produzierte und liessen sich im Strom herumschaukeln.  Das Wasser war dort nicht wirklich klar, aber alle Schwebeteilchen waren 'sauberer Dreck' - Stueckchen vom Boden oder von Wasserpflanzen. Nichts Ekliges.

Ich schwamm eine halbe Stunde, navigierte mich um zwei der Bojen und unter dem Steg durch, von dem aus man startet, und dann pellte ich mich wieder aus dem Neopren, trocknete mich ab, gab ein Interview fuer die Lokalzeitung (ei, warum mache se das eigentlich...Ups - warum nur...Nee. Eigentlich weiss ich, warum ich das mache, nur manchmal, vorm Rennen, kommt mir das nicht sofort in den Sinn...)

Dann holte ich meine Rennunterlagen ab, holte mir einen Ersatzschlauch (Martin hatte beim letzten Platten meinen gekriegt und Nachschub war noetig - Dumbo-Feder Nummer eins: zwei Schlaeuche in der Satteltasche (Dumbo der Elefant aus dem Zeichentrickfilm, der erstmal nur fliegen kann, wenn er eine Rabenfeder im Ruessel haelt... Nchher stellt sich raus, dass er auch aus eigener Kraft kann - nur weil seine Ohren so gross sind - Dumbo-Federn sind also kleine Gegenstaende/Rituale, ohne die man nicht glaubt, dass das alles gut geht... Spaeter werde ich noch mehrere erwaehnen)

Ab in die Herberge, mit den Jungs gefruehstueckt (die hatten sich gefreut, dass sie ausschlafen durften) und etwas spaeter am Tag wieder zurueck nach Kalmar gefahren.  Rumgeschaut, schwedische Woerterbuecher gekauft, Tuerme und Tore der Stadt durchlaufen, Kaffee getrunken, und ich spaeter auf das Athleten-'briefing', wo alle moeglichen INfos, die im Rennen wichtig sein koennten, weitergegeben wurden.Netterweise wurde wegen Windes von hochprofiligen Vorderraedern (so, wie ich  montiert hatte) abgeraten. Meine normalen Raeder aber waren daheim.

IM Kalmar hat zwei Pre-Race-Parties. Eine fuer die Schweden (am Tag vor dem Rennen) und eine fuer den Rest der Welt - mit Pasta-Dinner. Ich sammelte die Jungs ein und es gab Penne mit verschiedenen Sossen. Pasta-Diner zwei Tage vorm Rennen, aber wer schliesst denn ein zweites Pasta-Dinner einen Tag vorm Rennen aus. Ich nicht...

Ab zurueck auf Oeland, Kram in verschiedene Bike- und Lauf- Tueten sortiert, Karten gespielt und dann schlafen gegangen.

Den Jungs hatte ich gesagt, dass ich am naechsten Morgen wieder schwimmen ginge (die Quallen hatten es mir angetan - oder so) aber am Morgen war ich zu faul und kam direkt zum Fruehstueck. Mit dem Wirt einigte ich mich darauf, Broetchen vom Fruehstuecksbuffet einzusammeln als Rennverpflegung und -Fruehstueck. Dann durgten die Jungs Minigolf spielen. Da ich ja noch mit meinem komischen Ischias kaempfe, wollte ich ungerne so viel rumstehen - wartenderweise - und ging stattdessen kurz radeln (false flats - als Strassenabschnitte, die eben aussehen, aber leicht bergauf gehen) und Gegenwind fielen mir erstmalig auf, weil eine Richtung so viel einfacher ging als die andere. Dann ging ich noch Abendessen einkaufen (2. Pastadinner) und mein Rad abliefern.

Danach holte ich die Jungs wieder ab, sie hatten auf den beiden Minigolf-Kursen viel Spass gehabt. Spaeter fuhr ich nochmal zum Kalmarer Flughafen, weil Martin dort angekommen war. Derzeit beschaeftigten sich die drei Jungs mit Essenkochen.

Pasta-Dinner Nummer zwei, noch kurz ausgespannt und ab ins Bett.

Rennbericht folgt.....