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Challenge Kraichgau

Rennbericht der Challenge Kraichgau, 9. Juni 2013

So. Gestern war die Challenge Kraichgau und eigentlich waren wir morgens gar nicht sicher, ob sie stattfinden wuerde.Aber ich fange etwas frueher an - naemlich am Freita, an dem ich mein Renn-Paket abholte und auf der Ausstellung mit Martin zusammen ein wenig bummeln ging. Inzwischen gibt es so viele Aussteller, dass man ein Zweitareal dafuer bereitstellen musste, das sich auf eimem Grasplatz geenueber der Ohrenberghalle befand.

Martin holte seine Startunterlagen noch nicht ab, weil er es mit seiner Staffel zusammen erledigen wollte.

Am Samstag fuhren wir also wieder nach Mongolsheim, um Martins Staffelunterlagen zu holen, checken zu lassen, ob mein Privatchip richtig war, um den Kuchen fuer die DLRG abzugeben, und ich fuhr dann noch weiter, um mein Rad einzuchecken. Parken war auf einem grossen Feld vorgesehen - einige Leute campten hier schon, und ich hob mein Rad aus dem Auto und sah schon gleich die lange Schlange. Ich kam ins Gesprach mit zwei Athleten aus Liechtenstein - einer ein erstmaliger Teilnehmer auf dieser Distanz. Alle waren froehlich und motiviert. Die Schlange loeste sich super-flott auf, nachdem die Tore geoeffnet und die Kampfrichter den Check-in begonnen hatten. Ziemlich schnell wurden wir 'bearbeitet' und durften die Raeder aufhaengen. Die Staender bei der Challenge sind hoch und super-stabil gebaut.Meine Lauf-Sachen gab ich auch gleich ab, wie von den Veranstaltern vorgesehen.

Ich schaute mich noch ein wenig um, und fuhr dann zurueck nach Mingolsheim, um Martin zu holen - der war aber inzwischen schon am Bahnhof Bad-Schoenborn-Kronau und dort holte ich ihn.

Danach sortierte ich meine Rad-Sachen, legte den Neopren bereit, und alles was man sonst noch so braucht, undwir machten uns einen gemuetlichen Abend.

Am Sonntag war der Start auf 9:00 angesetzt, und Martin und ich fuhren gegen 7:00 los. Wir wussten ja nicht, ob es Schlangen beim Parken geben wuerde (nein!) Ich setzte alles auf, Nullte den Tacho, und dann, als ich gerade auf einem Dixi-Klo sass, fing es an zu regnen. Falsch, zu giessen. Ich dachte aber doch, es sein ein wenig unsozial im Dixi-Klo zu bleiben und ging in den Regen - auf der Suche nach Martin, der von seinem Posten verschwunden war. In dem Moment, wo ich dachte, na, Hauptsache, es donnert nicht - donnerte es.  Und blitzte. Fast direkt ueber uns zog ein Gewitter auf und alle Triathleten hatten sich in  die Umzieh-Zelte gefluechtet, oder irgendwohin, wo man halbwegs trocken blieb.

Da sassen wir nun, das Gewitter nahm seinen Lauf und hier gab es jetzt ein Beispiel des Themas 'die Gedanken zaehlen' ('it's all in the mind'): Eine junge Frau neben mir hatte ihr SmartPhone ausgepackt und blaetterte durch Wetterberichte. Einen nach dem anderen und keiner klang gut. Orangene Alarmstufe Unwetter; Rote Alarmstufe fuer den Nachmittag. Wetterkarten. Berechnungen. Und mit jedem ihrer Kommentare bemerkte man die Mativation meiner Mit-Triathleten broeseln. "Warum tut man sich das an". "Bei dem Wetter muss das nicht sein".

OK, bei Gewitter bin ich nicht - absolut nicht - im Wasser zu finden - dazu bin ich Physikerin genug. Und auf dem Rad ist's auch nicht wirklich sicher - ich weiss zwar nicht ob Carbon leitet (sollte eigentlich), aber so nass wie man dann ist, und ausserdem helfen 3cm-Hagelkoerner ja auch nicht. Wir hatten also 'unsichtbares Theater' (Zitat: W.Moers) alle moeglichen Szenarios gingen schon durch unsere Koepfe. Und - nein, ich war da auch nicht wirklich immun, war aber willens, loszufahren und mich notfalls bei weiteren Gewittern irgendwo unterzustellen.

Eine halbe Stunde spaeter wurde der Start verlegt. Dann nochmal eine halbe Stunde. Dann war das Gewitter weg, der Himmel grau aber nicht gewittrig und der Start wurde zusammengeschoben - die Wellen starteten jetzt mit 10 Minuten Abstand, nicht mit 5. Hell's Bells ist die traditionelle Start-Musik und dann ging's mit Kanonenschlag los (ganz schoen laut, wenn man im Starterfeld steht)

Meine war die zweite Welle und ich wir durften uns ein paar Minuten einschwimmen, zu den Start-Bojen paddeln und Boom! Ab ging's. Trotz mangelnder Freiwasser-Uebung habe ich mich fast nicht verschwommen. Ein bisschen weit um eine Boje aber sonst nix. Das Wasser war gut warm, nach dem Bangen um genug Waerme um das Rennen ueberhaupt halten zu koennen. (Wieder so was!)

Nach ca 46 Minuten war ich wieder an Land, entpellte mich, ignorierte die bereitgelegte Windweste, und ab auf's Rad. Der Challenge-Kurs ist ganz schoen knackig - die Richard-Wagner-Strasse in Oestringen, die zwei Anstiege in Tiefenbach und Eichelberg, und der Schindelberg zum Zweiten sind fuer mich die heftigsten. Die anderen Anstiege sind auch nicht uebel und rgendwann kann man keine Huegel mehr sehen.

Ich lieferte mich Fangen-Spielen mit ein paar Athleten - manche ueberholte ich eher hochzu und wurde runter wieder eingesammelt, bei manchen war es aber umgekehrt.Und: Es gab tatsaechlich mehr Gelegenheiten zum Schnellfahren, als ich nach dem Training gedacht hatte - wir mussten ja nur wenig auf den Verkehr achten und konnten entsprechend Kurven ohne Vorfahrtbeachten usw. durchfahren. Am Schindelberg rueckzus stand ein Teil des Vereins um anzufeuern. Auch sonst waren an allen Ecken und Enden Leute unterwegs, hatten Gartenstuehle, oder den Grill aufgebaut, und feuerten uns (und den Grill) an.  Gochsheim - auf einem kurzen, fiesen Anstieg, hatte wohl den ganzen Ort zusammengerufen - entsprechend war der Laermpegel anfeuernder Zuschauer. Wow!  Auch die Strasse war voller Anfeuer-Sprueche.

Nach knapp dreieinhalb Stunden war ich dann wieder in der Wechselzone. Und ab zum Laufen. Der Halbmarathon ging in etwa so wie etliche in Racine - ca. 2:44    - inzwischen war eine ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit, und das kann ich gar nicht gut. Ausserdem kaempfte ich in der ersten Runde vor allem noch mit den Auswirkungen des Radelns. Gefuehlsmaessig ging es aber ab der zweiten Runde besser. Und sechsmal Ohrenberg rauf verlangt auch Zoll von den Beinen. Aber imt Gehpausen kam ich an und bin mit meinem Gesamtergebnis zufrieden. Es ist ca 1/2 Stunde langsamer als meine Halb-Iron-Bestzeiten, aber die Huegel von Racine sind ander Huegel als die im Kraichgau.Schoen war, dass staendig Mitlaeufer unterwegs ware, weil inzwischen schon etliche S-Distanz-Laeufer auf dem Laufkurs waren. Schoen war auch - trotz Extra-Hitze - dass zwischendurch auch die Sonne schien. Von orange-Warnungs-erfordernden Gewittern Gott sei Dank keine Spur. Rot auch nicht.

Am Ziel bekam ich eine chice Medaille und ein Finisher-shirt. Ich bediente mich am Melonenbuffet, kuendigte an, nicht dort wegzugehen, bis die Melonen alle seien (woraufhin die freundliche Helferin mich hinter das Zelt mitnahm, um mir zwei riesige Melonenkisten mit riesigen Melonen drin zu zeigen.

Ein Bier, etwas Kuchen, Beutel geholt, Rad geholt (hier gab's wirklich eine lange Schlange) und ab, zu Fuss, nach Hause.