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Ironman Regensburg Fazit

IM Regensburg Bericht

Spaet aber besser als nicht - hier mein Fazit nachdem ich aus Regensburg zurueck bin.
Das Rennen ist ein schoenes Rennen, perfekt organisiert, gute Versorgung vor, im und nach dem Rennen. Die Landschaft ist einmalig und die Stadt Regensburg ist nun einmal eine sehr schoene.
Aber Regensburg identifiziert sich nicht mit seinem Ironman - Cozumel  wird zur Ironman-Insel, laesst sich von Athleten erobern. Coeur d'Alene wird zur Ironman-Stadt, aber Regensburg nicht. Schade eigentlich. Dabei denke ich, dass Ironman zwar  vielleicht nicht der Stadt finanziell hilft, aber den Geschaeften in der Stadt schon. Das sind alles Leute, die genug Geld haben, an einem Rennen dieser Art teilzunehmen, da geben die vielleicht auch anderswo noch ein bisschen aus...
In Nordamerika hat die Marke Ironman einen ganz besonderen Stil - vom anspornenden Pasta-Dinner, wo der Athlet vorgestellt wird, der am meisten Gewicht verloren hat oder der Aelteste Teilnehmer. Alles ist subsummiert unter 'nothing is impossible'.  Die, die nicht denken, sie koennten sowas, spielen nachher vielleicht mit dem Gedanken, es doch zu koennen. Inspiration pur.
Nicht hier - hier ist Leistung wichtig. Nicht woher man kommt, nicht, auf welchem Pfade man sich vorwaerts (!) bewegt, nicht, warum man rennt. Nur, wie schnell man ist.
Hast Du keine Chance zu gewinnen, fang lieber erst gar nicht an!
Gut, ich habe auch mein 15h-Ziel gehabt (und verfehlt). Aber mein anderes Ziel ist es, mich selbst zu fordern und dieses Ziel sieht bei mir anders aus als bei Chrissie Wellington.
Finishen kann ich trotzdem, bin aber entnervt von dem so viel groesseren Druck wegen der kuerzeren Maximalzeiten. Warum darf ein Ironman in den USA 17h dauern - selbst die Urgrossmutter aller Ironman Rennen, Hawaii, dauert 17 Stunden. Aber in Deutschland ist man am Ende nicht Ironman, wenn man 15 Stunden und eine Minute benoetigt hat (FfM, Roth - naja, da ist man sowieso nicht Ironman, was ok ist - ist ja eine andere Rennserie) oder 16 Stunden und 2 Sekunden (Regensburg)
Zeiten wie 15:30  Stunden werden hier gerne mit langsam gleichgesetzt. Sprueche werden  auf Rennen geklopft, wenn man es wagt 10km in einer Zeit nahe an einer Stunde zu absolvieren (O-ton in Oberursel: die walken bestimmt zweimal pro Woche")  Dabei weiss keiner, dass die knappe Stunde fuer 10km fuer mich gut ist, die 15+Stunden fuer mich 15+ Stunden der Anstrengung waren - vielleicht 15:30 Stunden bei einer Herzfrequenz, bei der andere vielleicht 11 Stunden brauchen.
Deshalb bin ich so froh, dass wir so lange in den USA waren. Ich haette mich sonst niemals getraut, in langen Rennen zu starten. In Wisconsin, Louisville, Cozumel und Coeur d'Alene habe ich gelernt dass ich's kann, also werde ich es wohl auch in Regensburg schaffen (und habe es geschafft).
Frankfurt und Roth werden mich aber nicht als Starter sehen. Leider! Wirklich leider!
Und wahrscheinlich haben wir somit auch den  Grund gefunden, warum nur ca. 10% der Starter in Regensburg weiblich sind. Und warum kaum einer nach mir ins Ziel kam (was schon der Fall war in meinen anderen Ironman-Rennen - da kamen noch jede Menge Athleten, die sich noch laenger an diesem Tage angestrengt hatten) Sie trauen sich alle nicht. Warum soll ich 500 Euro bezahlen, wenn ich noch nichtmal eine reelle Chance zum Finish sehe.
Regensburg war trotzdem ein cooles Rennen, meine Zeit war besser als meine vorigen Rennen (ausser Cozumel - aber da hat es auch keine Huegel)
Ich habe einen Anfang in Europa gefunden, Antwerpen 70.3 und vielleicht Kalmar naechstes Jahr werden folgen. Allerdings werde ich keine mit 15h-Limit anfangen.

Auf diesem Wege hoffe ich, dass so manche Frau es mir nachmacht, und wir es zusammen schaffen, diese 10%-Quote auszuhebeln.
In diesem Sinne endet hier mein Bericht ueber Regensburg



Ui...Das klingt aber jetzt so als gaebe es keine Menschen hier, die 'slowpokes' wie mich als Sportler (an)erkennen. Stimmt aber nicht.
Etliche Zuschauer haben mit dem einen Wort 'Respekt' angefeuert, wenn sie mich so spaet noch kommen sahen. Das fand ich gut :)
Mein Verein besteht aus lauter Triathleten, die sich zwar mit Leistungsgedanken aber in Toleranz fuereinander  und mit Spass an den Leistungen der Anderen (egal wo die sind)  zusammengetan haben. Wir sind alle Triathleten und zwar so sehr, dass man auch schonmal drei Stunden faehrt um die langsamere Vereinskameradin in Regensburg anzuspornen :)))