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Ironman Antwerpen 70.3

Rennbericht IM 70.3 Antwerpen

So. Mal wieder ein Destination Race. Freitag abend nach der S chule ging es los, ich hatte gegooglet und dachte es waeren nur 3h dorthin - in Wirklichkeit sagte mir google, dass es 4.5h seien. Also, direkt, nachdem Georg zuhause war, packten wir alles ins Auto, nahmen belegte Broetchen mit, und ab ging's. Und gleich Stau auf der A61...
Ansonsten ging es glatt durch, bis wir in Antwerpen ankamen und erstmal 2 Stunden durch die Stadt fuhren um das Hotel zu finden. Antwerpen besteht aus Autofallen - Strecken, wo man reinfaehrt und weit, weit geradefahren musste (oder so dachte ich), bis man wieder abbiegen darf. In Wirklichkeit habe ich die Einbahnstrassenschilder wohl falsch gelesen und es gab mehr Gelegenheiten, als ich sah. Abe rin dem Moment fuehlte ich mich in der Autofalle. MArtin war mit dem Zug gefahren. Irgendwann fand ich eine Tankstelle, aber der Eigner machte gerade zu und konnte mir keinen Stadtplan verkaufen. Irgendwann fanden wir den Bahnhof (die Beschilderung ist wirklich nicht auffaellig) und von dort zeigte uns Martin, der kurz runterkam, wo das Hotel war - stieg ins Auto und wir verfuhren uns wieder. Das Hotel war aber schon in Sicht gewesen... Irgendwann endlich, endlich, waren wir angekommen, alle muede, fielen wir in die Betten, um am Samstag morgen in Ruhe zu fruehstuecken und zu entscheiden, was wir ausser dem Abholen der Unterlagen noch machen wollten. Wir entschieden uns fuer den Zoo.
Den ganzen vormittag vrbrachten wir also im Zoo, schauten uns Erdmaennchen und Tapire, Ameisenbaeren und Seeloewen an. Und viele andere Viecher. Danach liefen wir zum Starbucks am Bahnhof um uns Sandwiches und mir einen Caramel Macchiato zu goennen. Yum.
Anschliessend machten wir ein wenig Pause im Hotel, nur um dann zur Unterlagenausgabe zu wandern und zu schauen was es mit dem Pasta-Dinner auf sich hatte. Das war (fuer 10 Euro) ein wenig mager, einfach ein grosser Styroporbecher mit Nudeln und Tomatensosse, und so entschieden wir uns, ein Restaurant in der Stadt zu suchen. Die Innenstadt ist richtig huebsch - alte Haeusser, barock anmutende Strukturen. Anschliessend spielten wir noch Dominion in dem Zimmer der Jungs und gingen dann schlafen. Ach ja, ich packte natuerlich meine Taschen.
Am Sonntag um 11:50 war mein Start - wir planten auf Ankunft gegen 9:00-9:30. Man weiss ja nie, wie man sich verfaehrt, aber mit geuebtem Fahrer (Martin) und Navigator (mir) haben wir uns diesmal nicht verfranst.
Wir parkten direkt an T2, ich deponierte meine Laufsachen dort, nahm ein paar Hand-Cycle-Fotos fuer meinen Handcycling Nachbarn auf, und setzte mich aufs Rad und fuhr zu T1. Dort  wurden wir mit schwarzen Zahlen geschmueckt - und ich dachte, die gaebe es bei Europaeischen Rennen gar nicht. Der Check-in bestand aus Check der Bremsen und Sichtkontrolle des Helms auf den verschiedenen Athletenkoepfen. So lang, wie der Weg von meinem Rad-Parplatz war, beschloss ich, die Schuhe am Rad zu montieren (erstmalig in einem Rennen - hab ich aber geuebt). Dann ging es langsam los. Ich merkte noch ziemlich deutlich mein Schlafdefizit. Zwei Naechte im Hotel mit Laerm und in der Nacht vor dem Rennen meinten die Leute vom Nachbarzimmer, es sein noetig, einen Handy-Wecker im Zimmer zu lassen, der um 0:30 anfing, Laerm zu machen... Und gegen 2:00 kamen sie dann selbst laermend zurueck. Manche Leute koennen einfach nicht leise sein.
Irgendwann fing ich an, mich in meinen Neo zu quetschen, mein Gel zu vernichten - meine Wasserflasche (Metall) hatte ich kaputtgemacht beim Einchecken - sie war runtergefallen und hatte ein Loch.
Dann, endlich, ging ich in das Start-Areal, zusammen mit vielen anderen Blaubekappten (alles 45 oder aelter) und puenktlich ging's ab. Navigation war in Ordnung, ich schwamm nur ein bisschen - aber nicht wirklich Zickzack, und wurde, weil ich ziemlich weit vorne gestartet war, oefters mal von aufeinander zukraulenden Athleten in die Zange genommen. Zwei grosse und eine Reihe kleine Bojen waren in 41 Minuten umrundet und ich durfte raus. Schnell ein wenig abtrocknen (habe in Regensburg gelernt, dass die Sonnencreme schlecht auf die Haut geht, wann diese nass ist), Jersey, Nummer, Helm, Brille an mir befestigt, Rad geschnappt und ab.
Der Kurs ist eine gute Vorbereitung auf Hawaii. Nicht wegen der Berge (hat nur zwei Bruecken mitten in der Dreifach-Loop und ein, zwei weitere, spaeter),   aber anstelle von unendlich scheinenden Lavafeldern durchfaehrt man unendlich scheinende Strassen mit Containern an beiden Seiten. Eine Spedition nach der naechsten flankiert den Weg und immer, wenn ich den Roten Berg der Container sah, wusste ich, es war Zeit fuer den Wendepunkt. Dann gab es noch einen Gruenen Berg und etliche blaue Container und weitere.  Eisenbahnschienen waren mit dicken Teppichen/Matten abgedeckt, aber natuerlich hoppelte es beim Darueberfahren. Einmal ueberholte ich den/die Athlet vorm Besenwagen und rief ihm/ihr (so genau habe ich nicht geschaut) etwas Aufmunterung zu. Am Radkurs waren ganz, ganz wenige Zuschauer und die, die da waren waren im wesentlichen still. Kein lautstarkes Geklatsche. Gute Uebung fuer die mentale Bewaeltigung eines laengeren Rennens.
Eins, Zwei, Drei Runden und dann ab auf die Fahrt in die Stadt. Die zog sich laenger, als ich mental erwartet hatte, und ging am Ende noch ueber eine laengere Route mit Verbundpflaster - parallel zum Laufkurs. Das war, glaube ich, mein langsamstes Stueck, aber nach 3:03h war es dann geschafft. Ab zum Laufen. Aber, nein, erst eine Dixi-Pause, weil ich auf den Loops keines der Containerklos gefunden hatte - und auf der Auf nicht gesehen hatte - und bei der Abfahrt blickte, dass da eines war, erst nachdem ich schon daran vorbei war. Irgendwie bin ich noch gewohnt, dass jede Verpflegungsstation ein Klo hat - ist hier abernicht so. Hier sind sie etwas geizig mit den Dingern... Also ab aufs Klo in der Wechselzone T2, und dann rannte ich endlich los. Immer mal wieder schlug meine nicht-so-gute Tagesform zu (Vollzeit gearbeitet in der Projektwoche unserer Schule als Taper, Schlafdefizit, usw), und ich ging kleine Stuecke des Kurses.  Auf dem Laufkurs gab es auch etliche Ecken, wo keiner zuschaute, und wenn, dann nur guckte, aber nicht anfeuerte. An jeder Verpflegungsstation holte ich mir Wasser und an einer gab es Cola - diese waren weiter auseinander, als ich es von 70.3 gewohnt bin (2.5km, statt 1 Meile). Ich versuchte jedesmal mich zu bedanken und koennte mich selbst ohrfeigen, dass ich mir nicht noch das Grundvokabular (Danke, Bitte...) auf Flaemisch einverleibt hatte.  Martin erzaehlte mir nachher, er habe Bedenken gehabt, man koenne ihn und die Jungs wegen Laermbelaestigung bim Anfeuern belangen... Dort wo sie waren (zwei Stellen gependelt auf dem Laufkurs) war es auch eher ruhig. Aber wenn man in die Stadt richtig reinkam, sassen Leute in verschiedenen Restaurants und klatschten und der Kurs ging durch das Finish-Gebiet, entlang der Tribuenen auf dem Grote Plaats. Der Renn-Moderator war auch viel enthusiastischer unterwegs, als der in Regensburg, begruesste jeden einzelnen Finisher mit Namen und Hinweis auf Herkunft, mit sehr viel Elan und Freude. Elan und Freude zeigten auch die Zuschauer auf und um die Tribuenen. Das gab dann so einen richtigen Power-Schub, dreimal fuer die naechste Runde, einmal fuers Finish.
Am Ende war ich doch noch schnell genug um im Umkreis von 5 Minuten um mein Personal Best zu finishen. Yeah!